Armin Schram, 1929 – 2015

Mein Onkel Armin wurde 1929 in Prag geboren; in einer Stadt und einer Zeit, in der Deutsche und Juden durch die Sprache und den besonderen Ort noch vereint waren. Der Wahnsinn der folgenden Jahre hat in der Familie und damit auch in ihm tiefe Wunden hinterlassen, deren Wirkungen ich bis heute spüre.
Armin hat sein Schicksal in die Hand genommen. Mit 24 machte er in Wien den Doktor der Chemie und beteiligt sich am Wiederaufbau. Sein Wirken hat Menschen, Unternehmen, Politik und zuletzt die Forschung in Europa und Amerika verändert. Er wurde einer der erfolgreichsten Manager Deutschlands und war dabei im Herzen ein geradliniger, aufrichtiger, das Echte suchender Mensch.
Als leidenschaftlicher Segler und Jäger hat er jeden geschätzt, der diese Leidenschaften mit ihm geteilt hat. Es war stets zu spüren, wie er im Wald oder auf dem Wasser dem Leben nahe war. Wann immer unter Jägern oder Seglern das Wort auf ihn zu sprechen kommt, so schwingt ein Unterton von Anerkennung und Respekt mit. All das macht ihn mir zum Vorbild. Wenn ich neben ihm stand, wusste ich, wie ich einmal sein würde und der Gedanke hat mir immer gefallen. Ich war und bin stolz auf meinen Onkel. Nun bin ich der Letzte mit seinem Namen.
Gemeinsam mit meiner Mutter beginnt das Abschiednehmen von der irdischen Hülle und das Tragen ins Herz.
Was glänzt, ist für den Augenblick geboren. Das Echte bleibt der Nachwelt unverloren. (JWvG)