Vom Übermenschlichen.

In den Vorbereitungen auf meine nächste Rolle erwische ich mich immer wieder beim Versuch, Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ auf ein menschliches, von mir begreifbares Maß herunterzubrechen. Ich suche nach Erklärungen für den Geisterspuk und die Teufelserscheinung in den Drogen, die Kaspar dem Max einflößt, versuche, Agathes ideale Liebe mit Naivität zu erklären und Max’s Schicksalsergebenheit mit einer Mischung aus Überforderung und Ängstlichkeit in Anbetracht der in ihn gesetzten Erwartungen. Weiterlesen

“MeTube” gewinnt den Deutschen Webvideopreis 2013!

Wer montags früh lächelnd zum Zahnarzttermin erscheint, hatte wohl ein tolles Wochenende – und was für ein Wochenende das war!

Die Eindrücke von der Verleihung des Deutschen Webvideopreises sind immer noch stark, das Lächeln breit und die Zuversicht groß.

In den letzten Jahren ist mit den sozialen Medien auch eine neue Kultur entstanden, die in ihrer Entwicklung ihresgleichen sucht. Der Deutsche Webvideopreis 2013, vergeben von der European Web Video Academy in Düsseldorf ist das bedeutendste deutschsprachige Schaufenster dazu. Mehrfach blieb mir während der Verleihung im Düsseldorfer Capitol-Theater der Mund offen stehen vor Staunen über die Breite der Themen, die Tiefe der gesellschaftlichen Bedeutung und die Qualität der nominierten Arbeiten. Zum Beispiel das Video von der Hochschule HS-OWL und der Organisation roterkeil.net für ihr Video “Nur neun Jahre Glück”, einer Nacherzählung der wahren Geschichte über einen missbrauchten Jungen.

Und dann war da noch die Verleihung in der ultimativen Kategorie “Epic” für das beste Video im Netz 2013. Bei der Aufzählung der Nominierten schien es mir für einen Moment undenkbar, dass wir mit MeTube gewinnen könnten. Als Daniel Moshel und ich dann verkündet wurden, verschwanden alle vorbereiten Sätze aus meinem Gedächtnis. Was ich als Dank gesagt habe muss ich mir wohl erst im Netz ansehen. Erinnern kann ich mich nicht. Auch nicht in allen Details an die anschließende Award-Party am Rheinufer mit japanischem Feuerwerk und an die vielen fabelhaften Gesprächen, viel Tanz und Alkohol…

Glücklich liege ich nun auf dem Zahnarztstuhl und denke an die großen Tage in Düsseldorf. Bis zum nächsten Jahr!

Jetzt bleibt mir noch, mich hier noch einmal herzlich zu bedanken. Bei Regisseur Daniel Moshel, bei Stephanie Winter, mit der das nächste Projekt schon in Angriff genommen wurde, bei Martin “Martini” Bauer für die Kamera und bei Jörg Mohr, bei Bernhard “Draxtor” Drax für das Musikarrangement, bei Phillip Preuss für den Remix, bei Jan René Lai für den zweiten Remix, bei Sammy Zayed für das Styling, bei Roland Pfannhauser für die Produktionsleitung, bei der großartigen Elfi Wunsch für die Darstellung der Mutter und ihre legendären Sager “Ulrich, du bist ein Schwein!”, bei Jakob Krisper und den KK-Strings für das Ertragen das Latex-Anzüge und bei den vielen, vielen weiteren Beteiligten an diesem herrlichen Werk.

Video-Release „MeTube“

„Carmen“ von Georges Bizet

Welches ist das am schnellsten wachsende Medium in der klassischen Musik?

Wie in allen anderen Lebensbereichen hat das Video auch bei der E-Musik längst eine zentrale Bedeutung erlangt. Kaum ein Besucher, der nicht vor einem Konzert auf Videoportalen nach dem Musiker sucht und sich ansieht, was er zu erwarten hat. In der Klassik findet er dort allerdings meist nicht mehr, als einen mehr oder weniger gut gemachten Live-Mitschnitt. Die wahren Möglichkeiten des Mediums Video als selbständige, machtvolle und vielseitige Erzählform werden hier so gut wie nie ausgeschöpft. Weiterlesen

Platée an der Neuköllner Oper Berlin

Premiere am 22. November 2012

In einer auseinander driftenden Gesellschaft braucht es nicht viel Vorstellungskraft, um ein zeitgemäßes Bild von selbstbezogenen, intriganten Göttern zu haben, die Ihre Macht zur Befriedigung der eigenen Gelüste benützen, statt dem großen Ganzen zu dienen und der „Erhebung der Welt“ zu einem besseren Ort verpflichtet zu sein.

Man trifft sie als Menschen an den Bars der angesagten Clubs und in von Drogenrausch und sexuellen Exzessen  triefenden Hinterzimmern moderner Luxus-Rückzugsorte.

So trifft man sie auch in der neuen Produktion der Platée nach Rameau an der Neuköllner Oper Berlin. Weiterlesen