Der Durchzug durchs Rote Meer

Zur Zürcher Erstaufführung von Hummels

„Der Durchzug durchs Rote Meer“

Sonntag 4. November 2012, 17 Uhr

Neumünsterkirche Zürich/Schweiz

Johann Nepomuk Hummel. So mancher nimmt diesen Musiker und Komponisten nur am Rande wahr. Sei es, weil er nicht zur „Wiener Klassik“ gezählt wird, obwohl er in dieser Zeit – gefördert von Mozart und Salieri, Nachfolger Haydns in am Esterház’schen Hof -  mitten im Geschehen war. Sei es auch, weil seine geistlichen Werke – natürlich unverdienterweise – nicht die große Verbreitung in den Konzertsälen und Kirchen von heute finden, wie die Messen Mozarts und  die Oratorien Haydns.Walter Riethmann von Cantus Zürich nimmt sich nun einer „Ausgrabung“ an: Das einzige Oratorium Hummels „Der Durchzug durchs Rote Meer“, geschrieben zwischen 1800 und 1810.  Zu Hummels Lebzeiten nie aufgeführt, lag es hundert Jahre lang unbeachtet in der British Library in London, ehe es von Herrmann Max 2007 entdeckt und erstmals mit der Rheinischen Kantorei wieder aufgeführt wurde.

Wir unternehmen nun die Zürcher Erstaufführung am 4. November 2012 um 17 Uhr in der Neumünsterkirche. Was ist zu erwarten?

Die Musik lehnt sich deutlich an der „Schöpfung“ von Haydn an. Die verwendeten Texte könnten so auch in einem Mendelssohn-Werk stehen.

Schnell wird aber deutlich, dass Hummel eine eigenständige, kraftvolle Melodiesprache mit erkennbarem Hang zur Dramatik und großen Chorpassagen hat. Was einem an alttestamentarischen Texten archaisch erscheinen mag, hier findet man die musikalische Entsprechung dazu. Hummel zögert nicht, Chor, Solisten und Orchester in dynamische Klangdimensionen etwa von Beethovens 9. Symphonie zu führen. Im Kontrast dazu finden sich Momente klassischer Anmut und sphärischer Leichtigkeit. So stellt man sich die Arbeit eines Mozart-Schülers vor.

Für mich als Sänger sind die Anforderungen vielfältig. Einige Passagen erfordern die Leichtigkeit eines Belmonte oder Ferrando. Andere verlangen nach einem echten Florestan-Tenor. Auch macht Hummel streckenweise keinen großen Unterschied zwischen Chor- und Solisten-Stimme was gesanglich zu einer Herausforderung werden kann. Die klaren, starken Texte helfen wiederum bei der Bewältigung der sängerischen Aufgabe sehr.

In jedem Fall ist es ein Erlebnis, sich dieser Musik zu widmen, und so kann und soll auch das Konzert in Zürich zu einem Erlebnis werden.

Ich freue mich darauf!

Karten gibt es unter: Cantus Zürich